Aus Wadgassen wird Smartgassen

Was ist Smartgassen?

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Die Vision

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, 

liebe Leserinnen und Leser, 

ich möchte Sie einladen, sich auf ein Gedankenexperiment einzulassen: Stellen Sie sich eine Welt vor, in der es keine städtischen Bürokomplexe mehr gibt, keine starren Arbeitszeiten und keine autokratische Führung von den „Chefs ganz oben“. Die Menschen können arbeiten wann sie wollen, wo sie wollen und können mitentscheiden, woran sie arbeiten und warum. 

Diese Ideen des mobilen Arbeitens, Regelungen zur Vertrauensarbeitszeit und agilem Führungsstil sind keinesfalls neu erdacht und werden in modernen Unternehmen weltweit bereits erfolgreich umgesetzt. Doch welche Konsequenz hat das? Orts- und zeitunabhängige Menschen stellen sich logischerweise folgende Fragen: Wo möchte ich leben und arbeiten und wo finde ich dafür die besten Grundvorrausetzungen? 

Eine tragfähige digitale Infrastruktur wird auf einmal entscheidend, ebenso wie „Co-Working-Spaces“, in denen Büros mit moderner Ausstattung arbeitgeberunabhängig gebucht werden können. Dazu kommen Faktoren wie hochwertige Bildungseinrichtungen für die Kinder und eine Vielzahl an Freizeitaktivitäten. 

Wir beenden das Gedankenexperiment und blicken auf die aktuellen Tatsachen. Der ländliche Raum und damit auch Kommunen wie Wadgassen kämpfen seit Jahren gegen den Wegzug junger Menschen, also gegen den demografischen Wandel und die Verdichtung der städtischen Ballungsgebiete. Verhindern lässt sich der Abwärtstrend nur durch den Zuzug junger Familien, doch wieso sollten sie ausgerechnet nach Wadgassen kommen? Weil wir bereits jetzt viel zu bieten haben und unser Potential noch lange nicht ausgeschöpft ist.  

An dieser Stelle beginnt die Vision „Smartgassen“: Durch den Glasfaserausbau und den Einsatz der intelligenten Strom- und Wassermessgeräte „Smart-Meter“ schaffen wir eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur. Durch unser Tourismuskonzept sollen in Differten umfangreiche Freizeitangebote aufgewertet und neu aufgebaut werden. Der Veränderungsprozess innerhalb der Verwaltung hat smarte und moderne Verwaltungsstrukturen mit bürgerfreundlichen Angeboten als Vorgabe. Der Neu- und Umbau unserer Kitas und Grundschulen sorgt für ausreichend quantitativen und vor allem qualitativen Platz für unsere Kinder. Konzepte zu „Co-Living-Spaces“, Smart-Mobility und vielen weiteren Aufwertungen der Infrastruktur sollen aus der Wohngemeinde Wadgassen die Zukunftsgemeinde Smartgassen machen. 

Im Landkreis Saarlouis, im Saarland, in Deutschland gibt es einen Ort, wo junge Familien hinziehen und bleiben möchten, weil Sie hier die Antwort auf all Ihre Fragen finden: Wadgassen! 

Teilprojekte

Smarte Verwaltung

Entscheidend für die Gemeinde Wadgassen ist auch der Prozess hin zu einer smarten Verwaltung. „Smart“ bezieht sich in diesem Fall zum einen auf bürgerfreundliche, meist digitale Behördengänge, zum anderen aber auch auf agile und moderne Verwaltungsstrukturen. Wir wollen, dass Behördengänge so einfach werden wie das Shoppen bei Amazon. Dazu brauchen wir smarte Arbeitsbedingungen, um für unsere Bürgerinnen und Bürger unkomplizierte Dienstleistungen anzubieten. Mit der Schaffung und Besetzung einer Vollzeitstelle „Digitalisierung“ in der Verwaltung ist hierzu bereits der erste Schritt erfolgt. Die flächendeckende Einführung von Microsoft TEAMS und den damit verknüpften Microsoft Office Apps sowie entsprechende Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden ebenso angegangen wie die Schaffung mobiler Arbeitsstrukturen durch Laptops, Mobile Devices, eine virtuelle Telefonanlage, Webcams und Headsets am Arbeitsplatz. 

Anfang 2022 wird es im Rathaus bereits erste Co-Working-Räume geben. Mitarberiter:innen die vermehrt mobil arbeiten, können sich so Büroflächen gemeinsam teilen. In Zukunft ist es somit vorstellbar, dass insgesamt weniger Büroplätze vor Ort zur Verfügung stehen müssen und damit effektiver genutzt werden. 

Doch Digitalisierung bedeutet nicht nur alte Strukturen auf eine Online-Plattform zu übertragen. Bei der Digitalisierung geht es um einen ganzheitlichen Veränderungsprozess, der das bisherige Arbeiten in der Verwaltung umkrempelt und ein transparenteres, ämterübergreifendes Miteinander der Kolleg:innen fördert. Dafür wurden in der Gemeindeverwaltung Wadgassen sämtliche Prozesse auf den Kopf gestellt und hinterfragt. 

Veränderungsprozess

Unter der Überschrift „Smartgassen“ wird auch ein großer interner Veränderungsprozess angetrieben. Im Vordergrund steht dabei die zukunftsorientierte Ausrichtung der Verwaltung. Dies beinhaltet die Vereinfachung von Prozessen, Kompetenzaufbau der Mitarbeiter:innen und Führungskräfte und das Etablieren einer agilen Führungskultur. Dazu gehören aber auch strukturelle Anpassungen wie die ämterübergreifende, transparente, effiziente und zeitnahe Zusammenarbeit oder eine zentrale und allzeit erreichbare Akten- bzw. Datenablage. Auch die ersten Co-Working-Space werden nun im Rathaus eingerichtet. 

Der Veränderungsprozess wird im Wesentlichen durch drei Instanzen bearbeitet: Zunächst gibt es ein Projektteam aus internen und externen Mitarbeiter:innen, welches Projekte im Bereich Digitalisierung, Kommunikation oder New Work im engen Austausch mit dem Bürgermeister koordiniert, konzeptioniert und begleitet und als Motor des Prozesses dient. Daneben gibt es ein ämterübergreifendes Projektteam, die „Smarties“. Jedes Amt stellt mindestens eine/n Smartie, die sich als Botschafter:innen und Sprachrohr der Ämter in wöchentlichen Treffen untereinander austauschen, Themen bearbeiten und in Digitalisierungsfragen geschult werden. Die Smarties geben die Erfahrungen und das neue Wissen dann an die Ämter weiter und sorgen dafür, dass der Prozess im Inneren der Verwaltung ankommt und umgesetzt wird. Der dritte Projekttreiber ist der Lenkungskreis. Er besteht aus den Führungskräften der Gemeinde sowie einer Vertretung des Personalrats und gibt die große Linie vor. Hier werden also Schwerpunkte gesetzt, Reihenfolgen festgelegt, Entscheidungen getroffen, Probleme und Lösungen diskutiert und der Veränderungsprozess gelenkt. 

Co-Living-Spaces

Ein wichtiger Aspekt von „Smartgassen“ soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden. Aus diesem Grund wurde die Vision des „Co-Living-Spaces“ entwickelt, die relativ einfach erklärt ist: Die gemeindlichen Bildungsstandorte aus KITAs und Schulen sollen zu sogenannten „Co-Living-Spaces“ entwickeln werden, indem moderne Büroinfrastrukturen – Co-Working-Spaces – in unmittelbarer Nähe dazu angeboten werden. Dadurch können Eltern und Kinder gemeinsam „zur Arbeit“ fahren und während die Kinder in der KITA oder Schule sind, können die Eltern nebenan im Co-Working-Space für ihre unterschiedlichen Arbeitgeber:innen arbeiten. Das Mittagsessen kann die Familie gemeinsam in der Mensa vor Ort einnehmen. Städtische Bürokomplexe werden somit seltener in Anspruch genommen und der Arbeitsort entkoppelt sich vom Arbeitsplatz. Ländliche Regionen werden dadurch wieder attraktiver und die Gemeinde Wadgassen möchte genau dies nutzen. 

Die zentrale Lage zwischen Saarlouis und Saarbrücken bietet darüber hinaus für viele Familien sehr kurze Wege zu Arbeitsplätzen in beide Richtungen, die nicht im Home-Office machbar sind. Damit können wir in perfekter Symbiose von Land- und Stadtnähe für beide Anforderungen optimale Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bieten, wie kaum ein anderer Standort im Saarland. Mit der Perspektive einer S-Bahn Anbindung sowohl nach Saarbrücken und Saarlouis steigen unsere Standortvorteile nochmals um ein Vielfaches. 

Bürgerbeteiligung

Wir wollen die Kommunikation mit den Bürger:innen vereinfachen und Partizipationsprozesse unkompliziert ermöglichen. Dazu soll eine Plattform entwickelt werden, welche Bürgerbeteiligungen jeglicher Art ermöglicht, beispielsweise bei Planungsverfahren oder bei der Verbesserung bestehender Infrastruktur. Hierzu zählt auch ein konstruktives und effizientes Beschwerdemanagement für Bürgeranliegen, welches den Mitarbeiter:innen der Gemeindeverwaltung Hinweise aus der Bevölkerung schnell zugänglich macht. Auch Wahlprozesse, Buchungen von Hallen und Eintrittskarten oder An- und Abmeldungen des Kindes von der Kita sowie Elternbefragungen oder das Ausstellen von Bescheinigungen können über eine solche Plattform abgebildet werden.  

Wichtig ist hierbei auch das Thema Inklusion. Denn ein barrierefreier Zugang, eine einfache Sprache und das Angebot zu Mehrsprachigkeit sind wichtige Punkte in der Bürgerkommunikation. 

Glasfaserausbau

Die momentane Internetanbindung in der Gemeinde Wadgassen wird meist über das herkömmliche Kupfernetz durchgeführt. Die Strecken zum Hauptverteiler sind in vielen Fällen schlichtweg zu lang und nicht zukunftsfähig. Die Gemeinde Wadgassen stellt sich dieser Entwicklung und möchte die dazu nötige Infrastruktur schaffen. Ein modernes Glasfasernetz bietet optimale Voraussetzungen, Wadgassen noch lebenswerter und fit für die digitale Zukunft zu machen.   

Ein leistungsfähiger Internetanschluss gehört immer mehr zur Grundversorgung, damit sich Bürgerinnen und Bürger in ihrer Gemeinde wohlfühlen, Unternehmen an ihrem Standort entwickeln und damit Arbeitsplätze schaffen bzw. sichern können. Hierfür bietet ein modernes Glasfasernetz optimale Voraussetzungen; denn somit werden Verbindungen bis zu 1.000 Mbit, also 1 Gigabit ermöglicht.  

Mit der Deutschen Glaserfaser hat die Gemeinde Wadgassen einen privatwirtschaftlichen Investor und Spezialisten für die Planung, den Bau und den passiven Netzbetrieb von FTTH-Glasfasernetzen gefunden, der auf modernste Ausbauverfahren setzt und dies bei zahlreichen Projekten in der Bundesrepublik Deutschland und dem europäischen Ausland bereits unter Beweis gestellt hat.    

Aktuell haben wir die große Chance in Wadgassen, ein neues und leistungsfähiges Glasfasernetz für die Übertragung von Daten, Sprache und Fernsehsignalen bis in jeden Haushalt zu erhalten. Hierzu hat die Gemeinde Wadgassen einen Kooperationsvertrag mit der Deutschen Glasfaser unterzeichnet.    

Weitere Informationen über den Glasfaserausbau in Wadgassen finden sie unter deutsche-glasfaser.de.

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Smart Meter

Die Gemeindewerke Wadgassen GmbH wird in naher Zukunft alle Stromzähler im gesamten Gemeindegebiet durch sogenannte Smart Meter, also digitale Zähler (intelligente Messsysteme) ersetzen. Der Austausch erfolgt für die Kunden komplett kostenfrei und ermöglicht ein digitales Ablesen der Zählerstände. Der Smart Meter in jedem Haushalt überträgt die Zählerstände per Funkfrequenz zu Smart Meter Gateways in den Verteilerstationen der jeweiligen Orten. Die Mitarbeiter:innen der Gemeindewerke müssen dann nicht mehr vor Ort in die Haushalte, sondern bekommen die Zählerstände verschlüsselt in das Abrechnungssystem übertragen. Auch die Bürger:innen können dadurch ihre Zählerstände jederzeit abrufen und ihre Kosten und Verbräuche kontrollieren und optimieren. So können beispielweise Wasserrohrbrüche sofort erkannt und frühzeitig gewarnt werden. 

Die neue Technik ermöglicht zudem den Stromlieferanten zeitvariable Stromtarife für ihre Kunden anzubieten, sodass zum Beispiel in Zukunft der Strom nachts günstiger berechnet werden könnte als tagsüber. Auch für Wasser und Gaszähler soll es schon bald eine Smart Meter-Lösung geben.